Arbeit in Italien

 
Arbeitsmarkt & Chancen
Stellensuche & Bewerbung
Gehaltsniveau
Formalitäten
Adressen
 

Arbeitsmarkt & Chancen
 
Die Arbeitslosenquote bewegt sich seit Jahren zwischen elf und zwölf Prozent. Daran wird sich nach Prognosen der OECD auch in den kommenden Jahren wenig ändern. Süditalien leidet mehr an Unterbeschäftigung (rund 23 Prozent Arbeitslose) als der wirtschaftlich stärkere Norden (circa sechs Prozent).
 
Deutsche Bewerber müssen sich Nischen suchen. Der Tourismus steht dabei nicht immer im Vordergrund. So werden über das EURES-Netz zur Zeit vor allem deutsche Kindermädchen und Erzieherinnen gesucht. Wohlhabende Familien in Mailand wollen Frauen beschäftigen, die den Nachwuchs bilden und mit der Familie deutsch sprechen. Anders als in den meisten Berufen sind gute italienische Sprachkenntnisse dabei keine Voraussetzung. Vereinzelt werden auch Stellen für Industriemechaniker und Sekretärinnen angeboten. Ständig gefragt sind Köche.
 

Stellensuche & Bewerbung
 
Der persönliche Kontakt spielt auf der Jagd nach Jobs eine große Rolle. Bewerbungen sollten stets namentlich an den gerichtet sein, der über die Einstellung entscheidet. Danach darf sich der Jobsucher aber nicht zur Ruhe setzen. Die Bewerbung erfordert Hartnäckigkeit und ein gewisses Maß an Aufdringlichkeit. Firmen schicken die Unterlagen nie zurück. Aber das Ausbleiben einer Antwort ist nicht immer gleichbedeutend mit einer Ablehnung.
 
Der erfolgreichste Weg zum Job geht in Italien immer noch über Freunde und Familie. Entweder der Bewerber wird von Bekannten auf einen Job hingewiesen ("segnalazione") oder der Arbeitgeber auf einen fähigen Kandidaten ("raccommandazione").
 
Die Arbeitsämter setzen EU-Ausländer den Italienern gleich. Sie erhalten die gleichen Informationen und haben die selben Rechte. Für die Einschreibung in die Vermittlungsliste sind erforderlich: Arbeitsbuch, Familienstandsbescheinigung (beides gibt es bei der Meldebehörde) und außerdem Kopien der Zeugnisse. Die Zeugnisse müssen von einem vereidigten Dolmetscher übersetzt werden.
 
Bis vor einigen Monaten wurden die Bewerber nach sozialer Dringlichkeit eingeteilt. Arbeitgeber durften nur die Hälfte der Bewerber nach eigenem Ermessen einstellen. Den Rest teilte das Arbeitsamt zu. Obwohl diese Regelung inzwischen abgeschafft ist, sind die Folgen noch zu spüren. Arbeitsämter werden bei der Vergabe von Jobs systematisch umgangen und spielen nur eine geringe Rolle. Deshalb sollten sich ausländische Jobsucher nicht zu sehr auf die Dienste der Arbeitsverwaltung verlassen.
 
Erfolgversprechender sind da schon Antworten auf Stellenangebote in den großen Tageszeitungen. Die italienische Presse ist weitgehend regional organisiert. Ausnahme: „Il Corriere della Sera“ erscheint national und enthält die meisten Angebote. Etwa acht Prozent der offenen Stellen für Akademiker werden in der römischen „La Republica“ inseriert. Andere wichtige Blätter sind die Wirtschaftszeitung „Il Sole – 24 Ore“, „Il Messaggero“ in Rom, „Il Resto del Carlino“ in Bologna und „La Stampa“ in Turin.
 
Bewerber sollten jede Gelegenheit nutzen, um ihre Italienisch-Kenntnisse vorzuführen. Mit Englisch kommt man nicht weit: Nur etwa jeder dritte italienische Manager spricht gut genug Englisch, um sich über ein berufliches Thema zu unterhalten.
 
Die Bewerbung sollte kurz und prägnant sein. Angaben über private Interessen und Engagements sind unüblich. Ein Foto wird nicht erwartet. Umso größeres Augenmerk legen Arbeitgeber auf die äußere Form der Unterlagen. Wichtig sind zum Beispiel Layout und Qualität des Papiers. Zeugnisse werden nicht beigefügt.
 
Anders als in Spanien sind kurzzeitige Beschäftigungen kein aussichtsreicher Weg zur Festanstellung. Zu groß sind die gesetzlichen Hindernisse.
 

Gehaltsniveau
 
Für Fach- und Führungskräfte liegen die Gehälter 20 000 bis 30 000 Mark unter dem deutschen Niveau. Allerdings kostet auch das tägliche Leben entsprechend weniger.
 
Vom Verdienst zwackt sich der Fiskus einen ähnlich hohen Anteil wie hierzulande ab, bei der Sozialversicherung zahlt der Arbeitgeber einen großen Teil der Beiträge.
 

Formalitäten
 
Einreisende müssen sich nach spätestens drei Tagen bei der Polizei melden. Hotels und Pensionen erledigen diese Formalität für ihre Gäste. Arbeitnehmer, die aus einem Mitgliedsstaat der EU stammen, erhalten normalerweise eine Aufenthaltsgenehmigung für fünf Jahre. Vorausgesetzt, der Auswanderer weist eine Arbeitsbescheinigung oder die Einstellungserklärung des Arbeitgebers vor. Familien müssen darüber hinaus eine Unterkunft haben. Außerdem brauchen Angehörige eine Bestätigung deutscher Behörden, daß sie mit dem Beschäftigten verwandt sind und von ihm Unterhalt beziehen.
 

Adressen
 
Beratung und Stellensuche

Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV)
Feuerbachstraße 42-46
60325 Frankfurt
Tel. 069/ 7 11 1 -0

Stellensuche

Die Arbeitsämter unterstehen dem
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Via Flavia 6
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Via G. Frua 21/6
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Tel. 0039-2-48 00 51 12

Anerkennung von Berufsabschlüssen

Akademiker
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