Laguna
Geliebtes Chaos Italien
Christus kam nur bis Eboli
Der älteste Nabel der Welt
Totem und Ragù

 

Sachgebiet Italien

Laguna von Janos Kalmar, Alfred Komarek

Gebundene Ausgabe - Haymon Verlag

ISBN: 3852183871


jetzt bei Amazon bestellen! Geliebtes Chaos Italien von Dietmar Polaczek
Beschreibung: Essayistisch und auf den Punkt gebracht, mit Witz und verständnisvollem Charme zeichnet Dietmar Polaczek ein Charakterbild seiner Wahlheimat. Sein Blick auf das, was sich unter der fröhlichen, glänzenden Oberfläche im "Landwodiezitronenblühn" verbirgt, bringt reichen Gewinn für den Leser: Ob von Gesetzgebung und Bürokratie die Rede ist, von Küche und Gesundheitswesen, von Medienlandschaft und Kulturbetrieb, von der Telekommunikation und der Gestensprache, von der Familie und den 'Familien' oder dem Individualismus und Konformismus - eine Erfahrung bestätigt sich immer wieder: "Die gesellschaftlichen, sprachlichen, wirtschaftlichen und weltanschaulichen Unterschiede, oft Kontraste zwischen den Italienern verschiedener Regionen und verschiedener Schichten sind größer als in jedem anderen Land Europas. Sie machen jede Pauschalaussage, mag sie in einem Zusammenhang noch so treffend sein, an einer anderen Stelle zu einem gewaltigen Irrtum.".

Gebundene Ausgabe - 334 Seiten - Koehler & Amelang Verlag München Berlin ISBN: 3733802209 - beim Autor zu beziehen


Jetzt bei Amazon bestellen Christus kam nur bis Eboli  von Carlo Levi
Beschreibung: Lukanien ist ein Landstrich im Süden Italiens. Carlo Levi macht uns mit dessen Menschen und Landschaften so vertraut, als wären wir selbst dort gewesen. Der mit dem Autor idente Arzt, Maler und Schriftsteller wurde 1935 als Antifaschist dorthin verbannt und wurde mit diesem Buch zu einem Fürsprecher, Vermittler und Kämpfer für die Verbesserung sozialer und medizinischer Missstände.

Levi beschreibt die vielfältigen Verflechtungen der dort lebenden Menschen. Dabei ist er nicht nur außenstehender Beobachter, sondern er nimmt Anteil an ihren Sorgen. Er behandelt sie als Arzt, obwohl er vorher noch nie praktizierte, und wird selbst einer der ihren. Angesprochen wird die Armut der Bauern und ihre Ausbeutung durch die von den Großgrundbesitzern beauftragten Steuereinnehmer, die enge Verbundenheit der Menschen zu Tieren und Geisterwesen. Er berichtet von der allgegenwärtigen Malaria und der Nachlässigkeit in deren Bekämpfung von Seiten der Behörden. All diese Themen behandelt er mit Engagement und seine eigenen Ideen und Empfindungen sind dabei stets erkennbar.

Der Kargheit der Landschaft, der unfruchtbare Lehmboden findet Ausdruck in der resignativen Haltung der Bauern und ihrer Schicksalsergebenheit. Ihre Aufstände sind kurz, heftig und unorganisiert und damit zum Scheitern verurteilt. Lukanien ist ein von der Zivilisation unberührtes Land mit einer eigenen archaischen Kultur und einem tief eingewurzelten Misstrauen allem Staatlichem gegenüber.

Trotz der beschriebenen Missstände und der herrschenden Armut wirkt diese Abgeschlossenheit und dieses aus der Zeit Herausfallen auch anziehend. Die erschlossenen Orte und die inneren Räume der Menschen bieten einen überschaubaren Kosmos, der einem das Verweilen angenehm macht. So bildet das Gehen schon bekannter Wege, die Treffen mit schon bekannten Menschen in ihrer Eintönigkeit und vordergründigen Langeweile einen Kontrapunkt zur Überschwemmung mit Reizen und erinnern an die Kostbarkeit gelebter Zeit. Dieser Aufenthalt in Gagliano ist für Levi nicht nur ein Ort der Verbannung, sondern auch eine Möglichkeit zu sich selbst zu finden.

Taschenbuch - 236 Seiten - DTV, Mchn.
ISBN: 3423017694


Buchtipp v. Helga Wilk

Der älteste Nabel der Welt: Entdeckungen in Neapel und Kampanien von Birgit Schönau
Beschreibung:

Die deutsche Journalistin Birgit Schönau, die in Rom lebt, lernt Neapel schon bei ihrem ersten Besuch lieben. Sie stolpert hinein in die Stadt am Bahnhof Campi Flegrei und wird von einem freundlichen, hilfsbereiten alten Neapolitaner fürsorglich an die Hand genommen und zur Piazza Carità ins Zentrum gebracht. Man trinkt einen Kaffee zum Abschied, und Birgit Schönau ist von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft so beeindruckt, dass sie fortan nach Neapel fährt, wann immer sie kann. Stück für Stück erkundet sie die mit Klischees beladene Metropole des Südens.
"Neapel ist deshalb so geheimnisvoll, so unergründlich und doch so familiär, weil die Stadt so prall und unfassbar ist wie das Leben selbst. Alles was uns begeistern und abstoßen kann, finden wir hier: atemberaubend schöne Landschaften in der Umgebung und entsetzliche Umweltsünden, grandiose Architektur und ihren Verfall, die Gewalt der Camorra und die grenzenlose Gastfreundschaft der Neapolitaner, die Armut in den Bassi der Altstadt und den verschwenderischen Luxus in den Villen auf dem Hügel Posillipo, Gotik und Barock, Schmuggler und Internet-Firmen, Heiligenprozessionen und rauschhaft inszenierte Fußballspiele."
Einfühlsam und auch kritisch schreibt Birgit Schönau amüsante Reportagen über das Blutwunder von San Gennaro, die "Berufsneapolitaner" Sophia Loren, Luciano de Crescenzo, Maradona, über demonstrierende und streikende Tabakschmuggler (!), die Angst vor dem Erwachen des Vesuvs, die Pizza, die Familienehre der Camorra, die letzten Bourbonen... Sie schreibt auch über die neapolitanische Fernsehserie "Un Posto al Sole", die man täglich von Montag bis Freitag auf Rai Tre sehen kann - die beliebteste Seifenoper Italiens, die sich mit Neapel, Amore und Sozialkritik befasst.

Picus Verlag, Gebunden, 132 Seiten, 27,80 (14,21 €)


Buchtipp v. Helga Wilk

Totem und Ragù- Neapolitanische Spaziergänge von Marino Niola
Beschreibung:

Marino Niola ist Ethnologe an der Universität von Neapel, der hier literarische Spaziergänge durch seine Heimatstadt beschreibt. Sein Stil ist anspruchsvoll, stellenweise vielleicht etwas zu akademisch geraten, aber ich finde, was er über Neapel zu erzählen hat, ist außergewöhnlich faszinierend und interessant. Er schreibt nämlich nicht nur über die bekannten Neapel-Klischees wie Fußball, Blutwunder, Friedhöfe, Heilige und Krippen, sondern auch über so interessante Phänomene wie z.B. die Tatsache, dass es in vielen "südlichen Dialekten kein Futur gibt" oder auch wieso in Neapel, wo es in materieller Hinsicht oft am Nötigsten fehlt, dennoch ein ausgemachtes Faible für Konsum und Luxusgüter auszumachen ist. Auch rückt er das Bild von der "neapolitanischen Mama" zurecht, die nicht nur als Beschützerin, sondern durchaus auch als Unterdrückerin ihrer Kinder zu sehen ist. Niola beschreibt die Stadt als riesiges Kaleidoskop, in der alles gleichzeitig vorhanden ist, Gegenwart und Vergangenheit, nichts ist verschwunden, die Geschichte setzt ihre Elemente stets neu zusammen. Er schreibt über Rituale und Mythologien, über den Verkehr in Neapel, den er übrigens als untrennbar von der Stadt empfindet: "Neapel wäre ohne Verkehr nicht mehr Neapel,... Es gibt keinen gleichmäßigen Verkehrsfluss, sondern überall im kleinen lauter unterschiedliche Geschwindigkeiten. Der Raum und das Tempo des einen werde ständig durch die des anderen begrenzt. Die aufbrechenden Unterschiede gleichen sich gegenseitig aus - das ist die neapolitanische Version der Gleichheit....." Hochinteressant sind auch seine Deutungen des Chaos, vor allem des neapolitanischen, das man durchaus auch positiv sehen kann!

 Luchterhand Verlag, gebunden, 168 Seiten, 29,80 DM (15,24 €)